Geschichte

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1987-2000

MPS wurde offiziell im Oktober 1991 gegründet. Die Gründunsmitglieder haben jedoch schon seit 1987 informell über das Netzwerk Pacto de Grupos Ecologistas (Pakt der ökologischen Organisationen) zusammengearbeitet. Von der Gründung bis zum Jahr 2000 haben wir uns der Unterstützung der indigenen Gemeinschaft der Zoque im Urwald der Chimalapas gewidmet. Dieses Gebiet befindet sich im Herzen des Isthmus von Tehuantepec, an der Grenze der Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca.

Im Laufe dieser Jahre intensiver Arbeit haben wir gemeinsam mit den Gemeinschaften der Chimalapas des Konzept der Reserva Ecológica Campesina* (Kleinbäuerliches ökologisches Schutzgebiet) entwickelt. Diese dient als Alternative zur gesetzlich definierten Biosphäre, welche die Regierung dem Gebiet per Dekret auferlegen wollte.


Der Prozess des Aufbaus des Kleinbäuerlichen Schutzgebiets der Chimalapas setzte ein integriertes Programm aus technischer und rechtlicher Assistenz voraus, welche eine vielzahl von Themen umfasste, darunter: Ökolandbau; gemeinschaftliche Forstwirtschaft; eine gemeinschaftliche Umweltordnung; Ernährung und Gesundheit; Rechtsberatung und Unterstützung der sozialen Organisation und Selbstverwaltung. Für all dies erhielten wir im Laufe der 11-jährigen (1990-2000) Projektdauer materielle und finanzielle Unterstützung von den folgenden nationalen und internationalen Stiftungen und Regierungsorganen:


- World Wildlife Fund (WWF)
- Synergos
- Rockefeller Stiftung
- Department for International Development (DFID-Grossbritannien)
- MacArthur Stiftung
- Ford Stiftung
- Fondo Mexicano para la Conservación de la Naturaleza
  (Mexikanischer Fond für den Naturschutz)
- Instituto Nacional Indigenista (Nationales Institut der Indigena)
- Instituto Nacional de Ecología (Nationales Institut für Ökologie)

*Campesino: Kleinbauer oder Landarbeiter

2001-2006

Im Zeitraum 2001-2006 dienten wir als externe Berater des Komitee der Traditionellen Indigenen HeilerInnen und Hebammen von Chiapas (COMPITCh – Comité de Médicos y Parteras Indígenas Tradicionales de Chiapas) in seiner Analyse des ICGB Maya Biopiraterie Projektes. Bis 2005 unterstützten wir als feste Berater die Organisation zur Verteidigung der Traditionellen Indigenen Medizin von Chiapas (ODEMITCh – Organización para la Defensa de la Medicina Indigena Tradicional de Chiapas, AC) in ihrer internen Organisation, Gründung, gesetzmässigen Registrierung, Ausarbeitung und Verwaltung von Projekten sowie der Durchführung von Workshops zu “Reflektion und Selbst-Diagnose”, “Offiziell anerkannte Formen von Organisationen”, “Biopiraterie, Patente und indigene Rechte”, “Herstellung von Tinkturen, Ölessenzen, Sirups und Salben” und “Biodiversität und der Plan Puebla Panama”.

Im Jahr 2004 führten wir unter dem Namen Pronatura Chiapas drei Projekte zur Umweltregulierung auf Gemeinschaftsebene im Lakandonischen Urwald (zwei davon innerhalb des Montes Azules Naturreservat), ein kleines Projekt technischer Assistenz und Ausbildung im Ejido* Zamora Pico de Oro und zwei gemeinschaftsbasierte Ökoturismus-Projekte in der Marqués de Comillas Region (Chiapas) durch.

2005 arbeitete MPS mit dem Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas (FRAZBA; Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de las Casas, AC) zusammen und beriet dieses in der sozio-ökologischen Untersuchung 14 inigener Gemeinschaften, die politisch gewaltsam Umgesiedelt worden waren. Mit finanzieller Unterstützung durch das Forum für Nachhaltige Entwicklung (FDS: Foro para el Desarrollo Sustentable, AC) untersuchten wir zudem die Auswirkungen des Programms zur Zertifizierung von Ejido* Landrechten und Besitzurkunden für urbane Hausgrundstücke (PROCEDE: Programa de Certificación de Derechos Ejidales y Titulación de Solares) auf den Mesoamerikanischen Biologischen Korridor sowie natürliche Ressourcen und das Gemeinschaftsleben in Chiapas. Zusätzlich setzten wir - mit finanazieller, organisationeller und materieller Unterstützung beider oben genannten Organisationen – Pläne zur gemeinschaftsbasierten Umweltregulierung und integrierten Gemeinschaftsentwicklung in zwei zwangsumgesiedelten indigenen Gemeinschaften im Lakandonischen Urwald und in der Frazlescana- Region um.


Während der Jahre 2005 und 2006 gründeten und koordinierten wir mit finanzieller Unterstützung der NGO Bürgerpräsenz (Presencia Ciudadana, AC) ein kleines, ziviles Netzwerk zur Verteidigung des rechtes auf Information, welches im Bundesgesetz über transparenten Zugang zu öffentlichen Regierungsinformationen (Ley Federal de Transparencia y Acceso a la Información Pública Gubernamental) festgeschrieben ist. Hierbei beabeiteten wir vor allem die Themen Land, strategische Ressourcen (Biodiversität, Wasser, Wald) und Rechte der Indigena. Wir gaben zudem ein Essay mit dem Titel “Das Recht auf Information als Unterstützung der Rechte der indigenen Gemeinschaften auf ihr Land und die Kontrolle der natürlichen Ressourcen im Lakandonischen Urwald von Chiapas” (“El derecho a la Información, como apoyo a los Derechos de los Pueblos Indígenas sobre el Territorio y el control de los recursos naturales en la Selva Lacandona, Chiapas”) mit dem wir Gewinner des nationalen Wettbewerbs “Sozialer Nutzen des Recht auf Information 2006” des Bundesinstitut für Zugang zu Information (IFAI: Insituto Federal de Acceso a la Información Pública) wurden.

*ejido: “Besitzform, die gekennzeichnet ist durch gemeinsamen Grundbesitz und individuelle Nutzung

 

2006 bis Heute

Im Laufe des Jahres 2006 haben wir eine weitere Beratung für FDS durchgeführt, die in der Kartierung sozialer Konflikte bezüglich Nutzung, Zugang und Kontrolle der natürlichen Ressourcen in Chiapas bestand. Ebenso koordinierten wir ein vernetztes Projekt der NGOs PROPAZ (Schweiz), Peace Watch (Schweiz), SIPAZ, FRAYBA und Zvile Allianz Chiapas (Alianza Cívica Chiapas) mit dem Titel “Monitoring der zivilen und politischen Rechte der Dörfer von Chiapas im Rahmen der Wahlen und der Anderen Kampagne”. Ausserdem haben wir eine wöchentliche Radiosendung auf Freiwilligenbasis mit dem Titel “J’natik (Unser Haus): Ökologische Politik und Kultur” auf dem Sender FM 99,1 Freie Frequenz San Cristóbal (Frecuencia Libre de San Cristóbal) ins Leben gerufen und führen seit diesem Jahr, koordiniert durch das Kulturforum Kinoki, eine monatliche Videodebatte mit dem Titel “Politische Ökologie und Rechte der indigenen Gemeinschaften” durch.

2007 haben wir die Koordination des Projektes “Kontext von sozialen Konflikten und Menschenrechten ind Chiapas 2007” (PROPAZ (Schweiz), Peace Watch (Schweiz) und Zvile Allianz Chiapas) geleitet. Des Weiteren haben wir Beratungen für Caritas Chiapas zur technischen Ausbildung im Bereich der gemeinschaftlichen Umweltregelung und eine Studie für die Nationale Kommission zur Entwicklung der Indigenen Gemeinschaften (Comisión Nacional para el Desarrollo de los Pueblos Indígenas) mit dem Thema “Traditionelles Wissen und genetische Ressourcen” durchgeführt.


Von Juni 2006 bis spät in das Jahr 2007 haben wir – als einziges finanzielles Mittel – eine kleine Unterstützung des Fund for Global Human Rights zur Stärkung unserer Strukturen erhalten. Zudem haben wir ein Übereinkommen mit der Iberoamerikanischen Universität (Universidad Iberoamericana, Puebla), über das wir Praktikanten bei uns aufnehmen.